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Klein aber Oho 🙂
Liebe Frau Falkenstein, vielen Dank für Ihre tolle Beratung und Ihr offenes Ohr.
Ich habe X-Mal überlegt was ich schreiben soll und mehrere Male alles wieder gelöscht. Man könnte mit unseren Erlebnissen ein kleines Buch füllen. 😉

Ich komme gerade von einem tollen und „normalen“ Spaziergang mit Kaya und ihrem besten Freund, einer Olde English Bulldog, dank dem sie eine Vorliebe für Bullys hat. Gestern dann noch eine Wanderung mit ihren zwei anderen besten Freunden, einem Greyhound und spanischen Mini Wuschel-Mix und ihre Welt ist perfekt. Ich könnte vor Freude schon wieder weinen weil ich weiß welchen Weg wir zurückgelegt haben und wie viele Zweifel, Höhen und Tiefen die letzten 4,5 Jahre uns begleiteten.

Oft musste ich mir anhören dass Kaya ein Hund sei der vielen zu viel Arbeit machen würde oder zu denen gehört die anderen „freundlichen“ Hunden den Platz wegnimmt. Auch für einige Familienmitglieder und Freunde in Deutschland oder allgemein Nicht-Hundehalter ist das alles schwer nachvollziehbar. Immer wieder lese ich Geschichten über die stetig steigende Anzahl der sogenannten „Problemfelle“ welche als Wanderpokale im Tierheim landen oder gar „erlöst“ werden. Das macht mich unglaublich traurig und hilflos. 🙁

Ich hoffe mit dieser „Rezension“ vielleicht wenigstens einer Person Hoffnung machen zu können, die auch gerade mit so einem Überraschungsei zu Hause sitzt, durch die DNA-Analyse vielleicht verunsichert ist oder überlegt ob sie es schaffen kann ihr Leben für einen sogenannten „Problemhund“ umzukrempeln. Für uns war die DNA-Analyse eine Bestätigung von dem was wir oft geahnt haben. Auch hat sie eine gewisse Erleichterung gebracht über die Grenzen beim Training, die wir nun einfach besser akzeptieren können. Mein Tipp war eine Mischung aus Wolfhund, Mudi, Herdenschutzhund und sogar den Jindo hatte ich ab und zu in Verdacht. 😉

Genau so bunt wie ihr tatsächliches Ergebnis ist auch Kaya’s Persönlichkeit. Die DNA-Analyse bestätigt auch dass Kaya kein Hund für die Stadt und auch kein Hund für nebenbei ist. Eine Situation die mir von der Anfangszeit nach wie vor in den Knochen sitzt, ist die als eine Freundin damals versuchte uns zu helfen und gemeinsam eine Ausfahrt machen wollte. Als sie die Wohnung betrat, lief Kaya schreiend die Wände hoch und kackte/pinkelte dabei überall unter sich. Das dafür auch Traumata verantwortlich sind und nicht nur die Genetik ist klar, aber die Intensität war vermutlich bereits zu Beginn ihrem „urtypischen“ Anteil geschuldet. Der damals konsultierte Trainer und die konsultierte Tierärztin rieten zur Einschläferung. Solche Ratschläge sind leider nicht selten, obwohl doch immer wir Menschen entscheiden wo die Hunde hinkommen und nicht die Hunde. Denen wird dann gleich nach ihrer anstrengenden Reise, hier oft ihr Recht auf Leben genauso schnell wieder abgesprochen wie in ihrem Herkunftsländern. Glücklicherweise haben wir schnell eine tolle Tierärztin gefunden, die Kaya über ein halbes Jahr nicht angefasst und nur auf Entfernung untersucht hat und heute dafür alles bei ihr darf.

Kaya hat nun mal ein riesiges von der Gesellschaft nicht anerkanntes Problem und das sind und bleiben wir Menschen. Dieses Misstrauen gegenüber Fremden findet sich nun auch mehr als deutlich in ihrer Genetik wieder. Wenn man Kaya tiefenentspannt und glücklich erleben möchte muss man auf zum Wandern in abgelegene und weite Wald-und Wiesengebiete fahren. Da wo es keinerlei Zivilisation hat lässt sie komplett los und sprintet, klettert und genießt die Ruhe. Auch Höhlen und Wege durch das tiefste Unterholz findet sie toll.

So unterschiedlich wie die Rassen im Mischlingsanteil erscheinen mögen, so gut beschreiben sie doch Kayas teils sehr gegensätzliche Verhaltensweisen. Nach ihrer Ankunft war Kaya lange Zeit ein reines Nervenbündel, welches in Panik und Unsicherheit gefangen war. Aufgrund der unglaublich vielen Reize und Geräusche der Stadt, brachte sie ihr Misstrauen gegenüber allem auch oft lautstark und klar zum Ausdruck. Ressourcen wie Kugelschreiber, Taschentuchpackungen und Kauartikel wurden gehortet und verteidigt. Draußen floh sie vor jedem Schatten und war eine Künstlerin im Geschirr/Halsband/doppelte Sicherung loswerden, sprich ich hatte diese öfter an der Leine hängen als einen Hund. Ich habe mich täglich auf die Nase gelegt, die Hände an der Leine verbrannt, alles aufgerissen und auch den Finger gebrochen und das bei damals noch lediglich 8 kg. Die „Spaziergänge“ fanden schließlich Nachts 2 Uhr/ 3 Uhr statt und/oder Früh um 5 Uhr. Geschlafen hat Kaya zu Beginn etwa 2 Stunden und hatte schnell den Spitznamen Duracell-Häschen da sie auch nach 4 oder 5 stündigen Wanderungen noch lange nicht k.o. war. Aus zwei Boxen, eine davon mit Metallstäben, welche ich zum Rückzug und zur Erholung aufgebaut hatte, brach sie innerhalb von etwa 10-30 Sekunden aus und stand hinter mir bevor ich den Raum zur Beendigung der Übung überhaupt wieder betreten konnte. Einmal gelernt wie ausbrechen (Geschirr, Halsband, Box) schaffte sie das immer wieder.

CaniVaris schreibt zum Saarloos Wolfhund:
Der mehr oder weniger ausgeprägte Fluchttrieb kann bei der Haltung als Haushund zu Proble­men führen, denn ein Saarloos, der vor einer neuen Situation oder einem fremden Menschen fliehen will, ist nur noch schwer zu kontrollieren.

Bis heute und auch nach vielen Generationen ist das urtümliche und instinktsichere Verhalten seines wilden Verwandten beim Saarloos Wolfhund erhalten geblieben. Diese Hunde sind allem Fremden gegenüber misstrauisch, aber auch neugierig, oft scheu, schreckhaft, überaus reaktions­schnell und haben einen ausgeprägten Fluchttrieb. […]  Er bleibt Zeit seines Lebens ein sehr eigenständiger Hund […]

Saarloos besitzen einen stolzen und unabhän­gigen Charakter und hinterfragen stets den Sinn von Befehlen. Für stupide Übungen und ständi­ge Wiederholungen derselben Spiele sind sie nicht zu haben, […]

Gerade der erste Stichpunkt beschreibt Kaya immer noch sehr gut in ihr zu reizvollen/ unübersichtlichen Gegenden bzw. mit zu vielen Menschen/Fahrrädern/Kinderwagen etc. Kaya lässt Nähe und Kuscheleinheiten erst seit etwa 1,5 Jahren zu und auch da bestimmt sie wer sie überhaupt anfassen darf und wann es ihr reicht. Am wohlsten fühlt sie sich wenn sie draußen von Fremden einfach ignoriert wird und/ oder sie die Zeit hat, sich jemanden von sich aus zu nähern/ die Person in Augenschein zu nehmen. Wenn es ihr zu viel ist lässt sie sich mittlerweile von mir aus einigen stressigen Situation herausführen ohne völlig kopflos zu werden oder aber zerrt mich zu einem für sie „sicheren“ Ort. Im Treppenhaus oder auf der Straße im Quartier ist sie oft wie ein schreckhaftes Reh an der Leine und will nur zurück in die Wohnung. Deshalb fahren wir täglich raus und nur zum versäubern geht’s vor die Tür. Wenn sie gefrustet ist, weil ein Hund oder ein Mensch sich „unerlaubt“ von der Gruppe entfernt bleibt sie übrigens gerne mitten im Weg/auf dem Feld stehen und heult wie ein Mini Wolf 😉

Von Anfang an war Kaya in ihren entspannten Momenten aber auch unglaublich neugierig, aufgeschlossen und intelligent und konnte klar kommunizieren, was sie wollte und was eben nicht. Zu Hause ist sie mittlerweile auch mal ein Clown und für jeden Spaß zu haben. Ihre Ausdauer und Schnelligkeit und ihre gnomenhaftes Herumrasen während ihrer „5 Minuten“ hat sie wohl vom Magyar Viszla. Auch die sensible Seite, die bei Unstimmigkeiten auftritt, kommt wohl von dieser ungarischen Rasse. Ihr als Alternativverhalten aufgebautes Apportieren beherrscht sie mittlerweile 1A – es müssen nur unterschiedliche und befüllte Beutel sein sonst wird es schnell zu langweilig. Auch studiert sie jederzeit meine Gestik und Mimik und kann auf die kleinsten Zeichen reagieren, was wohl auch typisch Magyar Viszla ist.

Auf dem ersten Wald-Spaziergang zeigte sich aber eines deutlich – in Kaya steckt auch ein Hütehund. Sie hat stets damit zu tun, die Gruppe unterwegs zusammenzuhalten/ zu umkreisen. Zu Hause werden die Kater gehütet wenn ich dies nicht unterbreche. Bei Schafen springt sie aufgeregt hin und her und ist mir so auch schon freudig auf eine Kuhwiese gerannt. Tiere findet sie allgemein toll (Schafe, Pferde, Ziegen, Igel…) und auch Rehe können kaum beachtet über die Wege laufen. Der „typische“ Jagdtrieb ist so gut wie nicht vorhanden…nur bei „unbekannten“ Objekten wie flatternden Tüten auf der Wiese brettert sie darauf zu oder hinterher bis sie es abchecken konnte. Ihre Mudi Freunde sind da ganz ähnlich und mit ihnen teilt sich Kaya dann sogar mal die “Aufgaben”.

CaniVaris schreibt zum Puli:
….bewacht und behütet […] anstelle von Schafen seine Menschenfamilie und deren Wohnung, ist ausgesprochen clever, gelehrig und agil, leistungsfähig und wachsam. […] Die Kunst dabei liegt darin, das richtige Maß an Konsequenz und Führung zu finden, wobei eine enge emotionale und vertrauensvolle gegenseitige Bindung die Grundlage bildet. Fühlt er sich ungerecht behandelt, kann er beleidigt reagieren; lässt man ihm zu viel Freiraum, so kann er selbst die Führung übernehmen wollen. ”

Diese Eigenschaften fließen sehr gut in ihren prominentesten Mischlingsanteil über, den Kaukasischen Owtscharka. Kaya’s Wachhundeeigenschaften, die sie teils auch lautstark auslebt, liegen ihr im Blut, das ist dann auch ein anderes Bellen als das helle was man von Hütehunden kennt (obwohl sie auch das bei Frust durchaus beherrscht ;-)). Sie kann von 0 auf 100 in unter 1 Sekunde. Sie bleibt draußen immer wieder stehen und beobachtet ganz genau ihre Umgebung. Wenn sie ein Gebiet gut kennt, ist sie unglaublich unabhängig und selbstständig. Sie braucht nur IHRE Hunde und IHRE Menschen. Wenn fremde Menschen/ Hunde aber erst mal der Gruppe von mir als „sicher“ hinzugefügt wurden akzeptiert sie das schnell. Bei Besuch müssen wir vorher einfach gemeinsam eine große Runde spazieren gehen damit dieser dann problemlos in die Wohnung kann.

Jegliche Veränderung bzw. neue Objekte zu Hause oder auch unterwegs werden angegeben bis ich sie abnehme. Unsere Trainerin nennt sie „Kontrolletti“. In für sie „ernsthaften” Situationen redet man auch mal gegen eine Wand und es kommt der Dickkopf durch. Da heißt es raus aus der Situation und sie diese mit einem Abstand beobachten lassen. Dann ist oft schnell alles wieder in Ordnung. Bei meiner Mutter oder den Menschen gegenüber die sie sehr mag, hat sie einen gewissen Schutztrieb, bei dem ihr dann einfach immer wieder klargemacht werden muss dass das nicht erwünscht ist. Fremde/ freche Hunde von ihrer Gruppe zu vertreiben oder auf einen für sie guten Abstand zu bringen, kann sie absolut souverän. Generell ist ihr Umgang mit Hunden unglaublich sicher, klar und super deutlich.

Sie lässt sich zwar nicht die Butter vom Brot nehmen, aber kann auch mal „mildernde“ Umstände walten lassen oder einen aufgeregten Hund in Ruhe aussitzen. Wenn es aber irgendwo zu Konflikten kommt ist es egal wie groß die betreffenden Hunde sind. Diese Konflikte werden von ihr schnell beendet, denn am liebsten hat sie Ordnung und Frieden in ihrer gewohnten Umgebung. Auch zu Hause dürfen sich die Kater nicht kampeln ansonsten werden sie getrennt. Alleine auf die Balkone gehen lässt Kaya sie nur mit Widerwillen. Ansonsten dürfen die Kater aber alles mit ihr machen. Außer es geht um ihre Ressourcen, da wird ihre hart erarbeitete Geduld auf die Probe gestellt ;-).

CaniVaris schreibt über den Kaukasischen Schäferhund:
…„Fremden gegenüber ist er zurückhaltend, misstrauisch und sogar abweisend, […] in der Familie […]
anhänglich […] und sensibel, aber trotzdem nicht unterwürfig. Seine Erziehung erfordert viel Geduld, denn Hunde dieser Rasse können manchmal sehr dickköpfig sein.“

Letzteres kann ich nur bestätigen. Einen “will to please” hat Kaya so in dem Sinne nicht. Es muss sehr vieles mit Geduld ausdiskutiert werden und sie fragt sehr oft nach ob etwas wirklich sein muss. Wenn ich mal nicht den längeren Atem habe oder 100% konsequent bin, wird das schnell ausgenutzt. Wenn sie sich pudelwohl fühlt (bei Wanderungen oder in Lieblingsgegenden), hört sie beim Abruf gerne erst beim dritten oder vierten Mal oder nur so halb, weiß nicht mehr wie “Sitz” geht oder ignoriert mich auch mal komplett. Von außen sieht es manchmal nach mangelnder Erziehung aus, tatsächlich kann Kaya aber auch 1A hören wenn SIE will, gerade sonst nichts zu tun hat oder sie sich ihre „Aufgaben“ mit ausgewählten vertrauenswürdigen anderen Hunden teilt ;-).

Der Kaukase kommt wohl auch vor allem durch wenn sich „die Gruppe“ auf einer Wiese oder einem Weg im Stillstand befindet (bspw. hinsetzt, quatscht), also angreifbar ist. Kaya übernimmt dann sofort die Bewachung der „ahnungslosen und doofen“ Menschen und Hunde. Während die Hunde schnüffeln und Menschen quatschen steht sie daneben und passt auf. Wenn sie dann etwas sieht, aber durch die Leine nun mal verhindert ist, schickt sie, wenn sie etwas sieht was ihr nicht passt, die anderen Hunde a la “Führerschein und Ausweiskontrolle“ :-). Wenn wir alleine unterwegs sind und uns auf einer Wiese niederlassen, beobachtet sie alles gemütlich und wenn ein Mensch/Hund die Grenze „ihrer Wiese“ betritt, wird dieser Grenzübertritt klar kommuniziert.

Wenn die Menschen/ Hunde ihren „Fehler“ bemerken und den Rückgang antreten, kehrt Kaya zurück und legt sich wieder hin ;-). Im Kontrast zu den eher größeren Rassen, haben wir dem Zwergspitz bestimmt zu verdanken, dass Kayas Größe nicht explodiert ist ;-). Sie hat zwar einen muskulösen Körperbau und einen fetten Fellkragen, wiegt aber nur 13 kg-15 kg und ist von der Höhe her nur mittelgroß. Hier passt, dass Kaya absolut nicht alleine bleiben kann, weil sie sich selbst nicht wieder entspannen würde wenn sie einmal anschlägt und sie nicht von ihrer Familie getrennt werden mag. Das ein oder andere Kunststück kann sie auch, spult diese aber auch sehr gerne einfach nacheinander ab wenn sie etwas haben oder erreichen will ;-). Ihr Gehör ist ausgezeichnet und sie lässt sich zu Hause nur mit dauerhafter TV- oder Musikbeschallung beruhigen/ ablenken.

CaniVaris beschreibt den Zwergspitz so:
… „Selbstbewusstsein, viel Temperament, aufgeweckt, sehr intelligent. […] Klare Strukturen und Berechenbarkeit sind für diesen sensiblen Hund sehr wichtig, […] Allein sein ist allerdings „nicht sein Ding“. Wenn seine Familie mal ohne ihn unterwegs sein will, läuft er zur „Höchstform“ auf, zieht alle Register:
quengeln, quieken, bellen, sich in den Weg stellen, bis hin zu irgendwelchen „Verzweiflungstaten“.[…] hasst es geradezu, von seiner Familie getrennt zu sein. […] Zu Hause, in „seinem Revier“, ist er sehr aufmerksam und wachsam, was ihn zu einem guten Wachhund macht. Sein feines Gehör kann man nur schlecht überlisten und wenn er etwas gehört hat, was ihm nicht geheuer vorkommt, meldet er das sofort. […] kann auch das eine oder andere Kunststückchen erlernen, das er dann voller Stolz präsentiert, guter Wächter für Haus und Hof, denn er ist erst einmal misstrauisch gegenüber allem, was fremd für ihn ist. ”

Vielleicht kommt Kayas Vielfalt an Geräuschen vom Spitz, denn sie ist für ihr Meckern, Motzen, Quengeln etc. bekannt. 😉

Zu guter Letzt der Koreanische Jindo. Wenn es nicht eine eher unbekannte und in Europa sehr seltene Rasse wäre, hätte ich tatsächlich vorm Erhalt der DNA-Analyse auf einen Jindo im Mix getippt. Über dessen Verhalten hatte ich lustigerweise während eines einjährigen Korea-Aufenthalts sehr viel gelernt. Er kommt dem Phänotypen auch noch am nächsten. Die Rasse ist sehr speziell und urtümlich und ist unglaublich stark auf IHRE Halter fokussiert, hat einen starken Wachhund-Charakter, ist unglaublich intelligent/ gelehrig und Fremden sehr skeptisch gegenüber…Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Kaya zu Beginn auch mit uns hatte, ist sie mittlerweile unglaublich auf meine Mutter und mich fixiert. Wenn jemand anderes versucht sie an die Leine zu nehmen oder von mir wegzuführen, kommt sie damit überhaupt nicht zurecht und boykottiert es mit voller Kraft. Ich hatte mal eine koreanische Sendung gesehen in der ein Mann seinem Jindo beigebracht hatte im Haushalt zu helfen und verschiedene Aufgaben zu übernehmen. Kaya räumt gerne die Einkäufe mit aus, verschleppt vieles wo sie rankommt oder was auf den Boden fällt und nimmt es entweder mit auf ihren Platz um es genauer zu untersuchen oder tauscht es gegen Guetzi ein. Sie stromert sehr viel in der Wohnung herum und beim Gruppentraining ging sie gerne auf Wanderung wenn ihr die „Wartezeit“ zu lange war oder ihr die Situation zu unübersichtlich wurde.

CaniVaris beschreibt den Korea Jindo so:
„Der Korea Jindo ist ein […] Wachhund, in der Familie selbstsicher, loyal und sehr zutraulich […] und sehr intelligent. Er geht mit seiner menschlichen Familie eine sehr enge Bindung ein […]. Er verfügt über einen ausgeprägten Schutzinstinkt und verteidigt Haus, Hof und seine Familie […].“

Zusammenfassend könnte man vielleicht sagen; Ausdauer, Schnelligkeit, Sensibilität, Hüteverhalten, das gelegentliche Frustkläffen, die Wachsamkeit und das auch mal sehr wuselige Verhalten stammen vom Viszla, Puli und Spitz. Die Wachsamkeit, das eindrucksvolle Bellen, die Gemütlichkeit, das territoriale Verhalten, Skepsis, der Sturkopf, Schutzinstinkt, Souveränität, urtypisches Verhalten und die Selbständigkeit vom Kaukasischen Owtscharka, Wolfhund und Jindo. Alles fließt aber auch ineinander über und einiges ist auch einfach ihr Charakter.

Ja, Kaya ist ein anspruchsvoller Hund, galt lange als Extremfall und ich musste ihre Daseinsberechtigung oft verteidigen ohne dass sie jemals jemandem auch nur ein Haar gekrümmt hätte (außer vielleicht das ein oder andere weiß gefärbt ;-)). Kaya hat aber mittlerweile auch unglaublich viele Menschen um den Finger gewickelt und sich in ihre Herzen geschlichen. Denn eines ist ganz klar – wen sie einmal toll findet, der darf alles. Mein Reaktionsvermögen und meine Reflexe sind dank ihr mittlerweile mindestens dreimal so schnell wie noch vor 5 Jahren, meine Ausdauer, Geduld/Ruhe und Wettertauglichkeit sind gestiegen. Dank ihr habe ich die aller tollsten Menschen und Hunde kennengelernt. Mein Leben war ganz anders geplant und ich musste viele Kompromisse machen, aber ich würde es wieder genauso machen. Kaya hat mir als absoluter Hundeanfängerin mehr beigebracht als jeder „unkomplizierte“ Hund, der seinen Menschen jeden Fehler verzeiht (ich sage nur Stichwörter wie Orientierung/Führung, Impulskontrolle, Frusttoleranz, Schalter im Kopf, …) . Auch hat sie mir gezeigt, dass wir Menschen oft hündische Regeln und Verhaltensweisen missachten/ falsch interpretieren aber für viele Leute selbst ein simples „nicht ansprechen, nicht anfassen, nicht anschauen“ eine Herausforderung darstellt. Knurren, Möffen, Bellen, Pöbeln etc. seitens der Hunde gelten bei uns schnell als  nentschuldbare Aggression, auch wenn dies nun mal hündische Ausdrucksformen mit Bedeutung sind.

Nach intensiver Suche haben uns eine tolle Hunde-Verhaltenstherapeutin und eine tolle Trainerin die letzten Jahre begleitet, wobei sich beide anfänglich stundenlang verpöbeln lassen und wir gemeinsam viel ausprobieren mussten bis wir die „richtigen“ (gewaltfreien!!!) Ansätze gefunden haben. Ein tolles Fressnapf-Team, deren eine Filiale mittlerweile Kayas zweites Zu Hause ist, konnte mit ganz viel Geduld und vielen stinkenden Leckerlis bei unseren Einkaufstrainings Kayas Fortschritte und Entwicklung beobachten. Von ihrer Lieblingsverkäuferin lässt Kaya sich sogar begeistert den Hintern kraulen. Gaaaaanz tolle und einzigartige Menschen, welche meist Kaya ausgesucht hat, sind mittlerweile für uns zu einer „Spezi-Selbsthilfegruppe“ als auch zu Freunden geworden, welche ich nicht mehr wegdenken will. Auch ohne geduldige und sehr liebe Nachbarn wäre das alles schwierig geworden. Wie geht der Spruch? Es braucht ein ganzes Dorf…:-)

Mit einigen Hunden kann man eben nicht nach Schema F arbeiten sondern muss mit Hilfe individuell auf sie eingehen. Ich bin bestimmt kein Hunde-Profi, aber zumindest habe ich mittlerweile eine Ausbildung in Kaya ;-). Es ist den Hunden gegenüber unfair wenn wir von diesen alles erwarten und von uns nichts. Bei all den Herausforderungen bzw. beidseitigen Kompromissen: Kaya ist lustig, wild, intelligent, kann super süß sein, quatscht gerne sehr viel mit den unterschiedlichsten Geräuschen, hat fünf unterschiedliche Ohrenstellungen und Menschen/Hunden gegenüber welche sie einmal liebt ist sie absolut loyal. Sie checkt sogar ob man den eigenen Schnürsenkel alleine wieder zugebunden bekommt oder nach einem Niesanfall noch alles dran ist ;-). Ja sie traut den meisten Menschen nicht über den Weg.

Sie kommt aber auch aus einer menschengemachten/-geführten ungarischen Tötung wo die Hunde vor allen anderen Artgenossen totgeprügelt wurden. Wir alle erwarten oft dass die „Rettung“ von dort bereits reicht. Die Arbeit fängt hier aber genau genommen oft erst an. Ob Hirtenhunde, welche zunächst oft Misstrauen uns Menschen gegenüber zeigen, Wolfhunde, die „zu wild“ sind und die Wohnung zerlegen oder Jagdhunde die jagen. Erfahrung und Genetik sind zwar nur ein Teil der Identität dieser Hunde, können aber genauso wenig wie der Charakter komplett ignoriert werden. Ich habe im letzten Jahr die ersten Male gehört „Kaya ist doch super, so einen Charakterhund würde ich auch gerne haben“. Und ich freue mich unglaublich darüber. Kaya hat Charakter und sie hat genauso eine Daseinsberechtigung wie alle anderen Tiere auch. Ich glaube mittlerweile dass Kayas Rassen ihr vielleicht durchaus auch die Stärke gegeben haben, in einer für sie oft unnatürlichen Welt zu überleben und ihre Erfahrungen positiv zu überschreiben.

Bereits nach „nur“ 4,5 gemeinsamen Jahren, führt ein für viele „hoffnungsloser“ Fall ein hoffentlich noch langes glückliches Leben. Ich bin eine der wenigen Hundehalterinnen, die absolut stolz neben ihrem Hund steht wenn dieser sich in Wildkacke wälzt oder mit der Nase am Boden einer Spur folgt. Das konnte sie nämlich alles jahrelang nicht. Ich werde bis zu ihrem Lebensende noch vieles lernen müssen und auch ein Umzug in einer reizarme ländlichere Gegend ist geplant, wo ich doch eigentlich ein Stadtmensch war. Es kommt aber manchmal alles anders als geplant und da wir mittlerweile ein gutes Team sind, bin ich sicher dass es mit der kleinen Hexe noch viele spannende Momente und Reisen geben wird, wo auch immer uns diese noch hinführen! 🙂

Anmerkung von OriVita Diagnostik:
Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen sehr persönlichen und zu Herzen gehenden Beitrag! Auch wir hoffen, dass dieser Erfahrungsbericht Hundehaltern Mut macht nicht aufzugeben, wenn es noch nicht optimal mit dem Zusammenleben mit dem eigenen Hund klappt. Der Bericht zeigt eindeutig, dass die Gründe dafür sehr unterschiedlich und vielfältig sind. Nicht immer gibt es auf alles eine einfache Antwort. Man sollte nie vergessen, dass man es mit einem Lebewesen zu tun hat das wir in unsere „Menschenwelt“ holen und von ihm erwarten das es sich in dieser zurechtfindet.

Wie würde es uns ergehen wenn wir plötzlich in einer ganz anderen „Welt“ leben müssten und darin zurechtkommen? Wären wir nicht auch froh, eine liebevolle Hilfe und Unterstützung und Verständnis dabei zu bekommen? Ab wann ist ein Zusammenleben überhaupt optimal? Bestenfalls dann wenn beide Seiten zufrieden sind, und das kann ganz unterschiedlich aussehen. Dieses Ziel erreicht man nur mit viel Liebe und Respekt dem Hund gegenüber.

Wir wünschen diesem Hund und seinem Frauchen auch weiterhin ein spannendes und harmonisches Zusammenleben!

Lesen Sie weitere Hunde DNA Test Erfahrungen.

Kaya
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Testergebnis / Selekt

Haupthunderassen:
Magyar Vizsla 25 %
Bretonischer Spaniel 12,5 %

Mischlingsanteil / Gesamt 62,5 %:
Kaukasischer Schäferhund, Puli,
Saarloos Wolfhund, Zwergspitz,
Koreanischer Jindo

Eine ausführliche Erklärung der Ergebnisbereiche können Sie hier nachlesen.

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