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Rassebeschreibung:

Der Groenendael gehört zu der aus vier Varietäten bestehenden Gruppe der Belgischen Schäferhunde und ist eine anerkannte belgische Hunderasse. Seinen Namen verdankt er dem kleinen und eher unbekannten Ort Groenendael (flämisch, übersetzt „Grünental“) südöstlich von Brüssel.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Belgien sehr viele verschiedene Hüte- und Treibhunde, die sich auch im Aussehen z.T. erheblich voneinander unterschieden. Die erste Darstellung eines deutlich Groenendael-artigen Hundes findet sich jedoch bereits auf einem Ölgemälde von 1520. Professor A. Reul, Dozent an der Hochschule für Veterinärmedizin in Cureghem, beschloss, gemeinsam mit einer Gruppe engagierter Kynologen etwas Ordnung in dieses Durcheinander zu bringen und definierte in den Jahren zwischen 1891 und 1897 diese und weitere Rassen. Dem voraus ging 1891 die Gründung des ersten Belgischen Schäferhundklubs in Brüssel, in dessen Rahmen Prof. Reul im gleichen Jahr ein Treffen in Cureghem organisierte, auf dem insgesamt 117 Schäferhunde aus Belgien vorgestellt wurden.

Diese Zusammenkunft diente dem Zweck einer Bestandsaufnahme und der Auswahl der besten Rassenvertreter. Über die folgenden Jahre hinweg erfolgte eine strenge Auswahlzucht unter Verwendung von nur wenigen, eng blutsverwandten Zuchthunden. Prof. A. Reul gilt somit heute als der Wegbereiter und Begründer der Rasse.
Im Jahr 1892 verfasste der Belgische Schäferhundklub einen ersten ausführlichen Standard, der eine einzige Rasse mit drei unterschiedlichen Felltypen (lang, kurz und gelockt) anerkannte. Im Verlauf der nächsten Jahre arbeiteten die Kynologen verbissen daran, den Typ des Groenendaels zu vereinheitlichen und „Fehler“ auszumerzen. Während die Zulässigkeit der unterschiedlichen Varietäten und Fellfarben stets umstritten war, herrschte stets große Einigkeit über die Morphologie, den Charakter und die Gebrauchstüchtigkeit der Hunde.

Die Kreuzung der vier verschiedenen Belgischen Schäferhund-Varietäten untereinander ist zwar gemäß der Richtlinien der FCI unzulässig, jedoch existieren zahlreiche Mischlinge, die allerdings nur dann als reinrassig anerkannt werden, wenn dem Züchter eine entsprechende Ausnahmegenehmigung des Zuchtverbandes vorliegt. Auch in seit Generationen reinrassigen Zuchten treten mitunter einzelne Welpen auf, die Merkmale der anderen Belgier aufweisen, was ihre gemeinsame Herkunft selbst heute noch immer wieder belegt. Interessant ist, dass sich die DNS des Groenendaels nur durch eine Substitution von der der auf dem Balkan heimischen Wölfen unterscheidet. Im Vergleich dazu liegen beim Deutschen Schäferhund fünf Substitutionen vor.

Der Groenendael wird, wie auch die anderen drei Varietäten des Belgischen Schäferhundes (Tervuuren, Malinois und Laekenois), vor allem als Schutz- und Familienhund eingesetzt. Aber er hat auch als Rettungshund Furore gemacht; während der beiden Weltkriege arbeitete er als Sanitätshund, der verletzte Soldaten aufspürte und als Meldehund an der Front. Die Berichte von amerikanischen Soldaten über diese vierbeinigen Helden legten das Fundament für den Einzug der Rasse auf dem nordamerikanischen Kontinent. Nach dem Krieg wurden die Belgier, vornehmlich Malinois und Groenendael, weltweit zunehmend in den Polizei- und Zollfahndungsdienst übernommen.

Wesensbeschreibung

Der Groenendael ist ein mittelgroßer Hund mit sehr harmonischem Körperbau, kräftiger Muskulatur und einer stolzen Kopfhaltung, der Souveränität, Intelligenz, Eleganz und Kraft ausstrahlt. Er ist an das Leben im Freien sehr gut angepasst, weshalb ihm die in Belgien häufig wechselnden Wetterbedingungen nichts ausmachen.
Das Fell des Groenendaels ist glänzend schwarz. Auf dem Kopf ist das Haar kurz, aber die Außenflächen der Ohren und die unteren Bereiche der Gliedmaßen bis zum Fußwurzelgelenk (ausgenommen die Rückseiten der Unterarme) sind mit langen Haaren (Fransen) bedeckt.

Am gesamten restlichen Körper ist das Haar lang und glatt, mit einer dichten und noch längeren Mähne um den Halsbereich herum und einer ebensolchen Schürze im Brustbereich. Die Öffnung des Gehörgangs ist durch dichte Haarbüschel geschützt. Schon bei sehr jungen Tieren bildet sich auf der Unterseite der Schnauze (Kinn) eine silbergraue „Überzuckerung“, die ein typisches Merkmal darstellt und somit rein gar nichts mit dem Alter des Hundes zu tun hat; erst bei sehr alten Tieren kann sich diese dann auf das gesamte Gesicht ausgeweitet haben. Ausserdem kann sich auf der Brust eine weisse Blesse befinden. Die an der Ohrbasis beginnenden abstehenden Haare verleihen dem Kopf einen „Rahmen“. Die Rückseite der Schenkel ist ebenfalls mit sehr langem und dichtem Haar bedeckt, das die sogenannten „Hosen“ bildet. Der Schwanz ist sehr dicht und lang behaart und bildet eine Fahne; er wird nach hinten/unten getragen.

Erstaunlicherweise ist der Groenendael trotz seines langhaarigen Fells pflegeleicht, was regelmäßiges Bürsten oder Waschen unnötig macht, denn sein Fell ist schmutzabweisend und entwickelt kaum Eigengeruch. Selbst wenn er nass wird, verbreitet er nicht den unangenehmen Geruch, den man von anderen Hunden kennt (allerdings hat dies auch mit der Ernährung zu tun). Das Waschen mit Shampoo zerstört hingegen die schmutzabweisende, wachsartige Beschichtung der Haare, führt zu einer Überproduktion dieses Wachses und bewirkt dann genau das, was man eigentlich nicht möchte – eine aufwändige Fellpflege und einen nassen, stinkenden Hund. Lediglich beim halbjährlichen Fellwechsel haart der Groenendael recht stark, was man durch regelmäßiges Bürsten in dieser Zeit oder die Erlaubnis zu einem Bad im See zeitlich beschleunigen kann. Für den Rest des Jahres verliert diese Rasse kaum Haare.

Der Groenendael ist ein sehr aufgeschlossener, intelligenter, lernwilliger und überaus reaktionsschneller Hund, was ihn sowohl zu einem geeigneten Wach- und Schutzhund als auch zu einem guten Familienhund macht. Ursprünglich diente er als Hütehund von Schafherden (aber auch z.B. von Gänsen), wobei ihm seine Fellbeschaffenheit eine große Hilfe ist, denn die Widrigkeiten des Wetters, seien es Schnee, Hagel, Regen oder Schlamm, fallen einfach von ihm ab. Allerdings gehört er nicht zu den Hütehunden, die eine Herde über längere Zeit völlig selbstständig betreuen können, denn er braucht den engen Kontakt zu seinem Menschen. Seine Bezugspersonen beschützt er bei Bedarf mutig und vehement, und mit Kindern ist er sehr geduldig. Fremden gegenüber ist er eher neutral, aber niemals aggressiv. Aggression ist ihm, bis auf wenige, die Ausnahme bestätigende Individuen, genauso fremd wie Angst. Er möchte am liebsten immer mit seinen menschlichen Bezugspersonen zusammen sein und fühlt sich schnell ausgeschlossen. Als hündische Gesellschaft bevorzugt er ganz klar seinesgleichen, zumindest aber einen charakterlich ähnlich disponierten Hund.

Der Groenendael ist ein lebhafter und reger Hund, der immer beschäftigt sein will und deshalb in einer aktiven Familie am besten aufgehoben ist. Aufgrund seines ausgeprägten Arbeitseifers sollte ihm Langeweile tunlichst erspart werden, weil er sich sonst auch gerne mal selbst eine Beschäftigung sucht, die nicht immer im Sinne des Halters ist. Er vereinigt in sich alle für einen Schäfer-, Wach-, Schutz-, Dienst-und Familienhund erforderlichen Vorzüge. Allerdings ist seine Erziehung nicht ganz einfach, und es muss erwähnt werden, dass er kein Hund für den Anfänger ist. Zwar ist er offen für alles Neue und extrem lernwillig, aber er ist auch so etwas wie ein Spätentwickler.

Ein Groenendael ist erst mit drei Jahren erwachsen, was auch auf die Wesens- und Charakterfestigung zutrifft. Seine Erziehung verlangt somit viel Geduld, eine sanfte, dabei aber konsequente Führung, Einfühlungsvermögen und viel Lob; Härte und Strenge sind hingegen völlig fehl am Platz, ebenso wie übertriebene Nachsichtigkeit. Er ist zwar ein Gebrauchshund, aber auch sehr sensibel. Eine ungerechte Behandlung behält er in Erinnerung und verzeiht sie nicht so schnell. Auch sollte er sehr frühzeitig mit anderen Hunden und Tieren sozialisiert werden, denn sonst kann es in einigen Fällen später im Leben zu Ängstlichkeit kommen.

Der Groenendael braucht täglich ausreichende Bewegungsmöglichkeiten; selbst im hohen Alter ist er noch schnell und wendig, sportlich und verspielt. Egal ob Joggen oder neben dem Fahrrad herlaufen, er liebt ausgiebige Bewegung. Seine Intelligenz und bisweilen außerordentlichen Fähigkeiten bei der Lösung von Problemen machen es unbedingt erforderlich, ihn auch geistig zu fordern.

Thema Gesundheit

Beim Groenendael sind überdurchschnittlich viele Fälle von Epilepsie bekannt. Betroffene Hunde sollten daher unbedingt von der Zucht ausgeschlossen werden, denn hier muss man von einer starken genetischen Prädisposition ausgehen. In einer Studie wurde Epilepsie sogar als häufigste Todesursache bei Belgischen Schäferhunden benannt, die allerdings die Lebensdauer betroffener Hunde nicht wesentlich reduziert.

Der Groenendael kann normalerweise ein Alter von 12-16 Jahren erreichen, aber es sind auch Einzeltiere mit über 20 Jahren bekannt geworden.

Wie auch bei anderen größeren Hunderassen können auch beim Groenendael Fälle von Hüftgelenksdysplasie (HD) auftreten.

Weitere genetische Tests

Unter der Rubrik Erbkrankheiten finden Sie eine Übersicht unserer Testmöglichkeiten für einen Rassehund oder Mischling.

Folgende Testvarianten stehen für den Belgischen Schäferhund zur Verfügung:

Dermatofibrose – Belgischer Schäferhund

Hämophilie A (Faktor VIII) – Belgischer Schäferhund

Leukozyten-Adhäsionsdefizienz (CLAD Typ III) – Belgischer Schäferhund

Mucopolysaccharidose Typ VII – Belgischer Schäferhund

Hypophysärer Kleinwuchs – Belgischer Schäferhund

Alle Test sind ab sofort erhältlich in unserem Onlineshop!

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Belgischer Schäferhund-Groenendael-CaniVaris

Verfügbar in Testvariante
„Selekt“

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